Über den Apfelwein

Apfelwein ... seit über 200 Jahren selbst gekeltert

Der Apfelwein wird bei uns seit über 200 Jahren selbst gekeltert, sicherlich wäre es heutzutage einfacher sich fertigen Apfelwein liefern zu lassen, wir fühlen uns aber dieser alten Tradition verpflichtet und keltern mit Leidenschaft selbst. Leider werden es immer weniger Apfelweinwirtschaften die Ihren Apfelwein noch selbst produzieren. Das Keltern, die Reinigung der Fässer und die Pflege des Apfelweins ist doch eine recht aufwendige und zeitintensive Angelegenheit.

Im Laufe der Zeit hat sich das Angebot des Apfelweins verändert. Es wird sortenreiner Apfelwein angeboten und verschiedene Apfelweinmixgetränke. Da wir stets bemüht sind, unser Geschäft an die Wünsche und Bedürfnisse unsere Gäste anzupassen, haben wir uns ganz bewusst dazu entschlossen unseren Apfelwein so zu keltern und ihn anzubieten wie es schon seit über 200 Jahren geschieht. Im Übrigen haben wir im Laufe der Zeit, um unsere Kapazitäten zu vergrößern, einige 4000 Liter Edelstahltanks dazu gekauft, aber unser Apfelwein lagert und reift immer noch zum größten Teil in alten Eichenfässer. Das älteste im Betrieb befindliche Eichenfass stammt aus dem Jahre 1896.

Die Kelterzeit beginnt in der Regel Anfang September dann liegen im Hof und in der Kelterhalle die bunt gesprenkelten Apfelberge und der erste „Süsse“ läuft von der Presse. Es beginnt auch gleich eine der entscheidenden Phasen um einen guten „Ebbelwoi“ herzustellen, denn das Grundlegende sind unsere Kelteräpfel. Wer hier sparen will und kein frisches Obst oder nicht die richtige Mischung an Kelteräpfeln verarbeitet, wird es nicht schaffen, einen guten „Ebbelwoi“ auf den Tisch zu bringen. Wie gesagt, das Entscheidende ist das Obst. Dieses beziehen wir von den umliegenden Bauern und Kleingärtner, aber zum größten Teil aus Sammelstellen in der Wetterau. Selbstverständlich achten wir darauf, nur unbehandeltes Obst zu verarbeiten. Das Streubost unterscheidet sich dahingehend von dem normalen Tafelobst, dass es wesentlich säurehaltiger und reicher an Gerbstoffen und Fruchtzucker ist.

Der erste „Süsse“ läuft zwar schon Anfang September von der Presse, dass eigentliche Keltern aber, versuchen wir so weit wie möglich nach hinten zu schieben, jeder Tag an dem der Apfel noch am Baum hängt ist wichtig, dadurch erhöht sich der Zucker und Säuregehalt und somit auch die Qualität des Apfelweins.

Der „Süsse“ wird ungefiltert in die Fässer gefüllt und beginnt nach ungefähr 10 Tagen an zu gären, der erste Rauscher kommt auf den Tisch. Darauf freuen sich eingefleischte Apfelweintrinker immer besonders, denn neben seinem unverkennbaren prickelnden Geschmack, gibt der Rauscher erste Aufschlüsse über die zu erwartende Qualität des endgültigen Apfelweines ab. Wir schenken traditionell ab Januar den ersten neuen Apfelwein aus. Um diese Zeit müssen wir auch beginnen den Apfelwein von der Hefe zu nehmen, dass heißt den Apfelwein aus dem Fass zu pumpen und in ein gereinigtes Eichenfass zu füllen. Da der „Süsse“ ungefiltert in die Fässer kommt, setzen sich Trübstoffe auf dem Boden der Fässer ab. Wird der Apfelwein nicht von diesen Trübstoffen befreit, kann er schnell einen mangelhaften Geschmack bekommen, wir sprechen dann von „Hefeböksler“ oder gar vom „Gekipptem“.

Wir setzen dem Apfelwein noch vor der Gärung Mispel oder Speierlingssaft zu, dieser gibt dem Apfelwein eine besondere Note und klärt ihn zusätzlich.

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Die verschiedenen Stadien vom Most bis zum fertigen Äpfelwein.

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